Ammoniakemissionen entstehen, sobald tierische Ausscheidungen anfallen. Ursache ist die Umwandlung des im Harn enthaltenen Harnstoffs zu Ammonium und weiter hin zu Ammoniak. Damit steht ursächlich das Angebot an Harnstoff im Vordergrund. Je höher der Proteinüberschuss in der Futterration, desto höher die Aussscheidung von Ahrnstoff als Stoffwechselenprodukt.
Der Prozess der Verflüchtigung (Emission) wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst:
Kot und verschmutzte Oberflächen
Die Bildung von Ammoniak hängt vom Enzym Urease ab. Dieses stammt von Mikroorganismen im Kot und von mit Kot verschmutzten Oberflächen. Je größer die verschmutzte Oberfläche, desto mehr Ammoniak wird gebildet und geht verloren.
Temperatur und Sonneneinstrahlung
Die Freisetzung von Ammoniak aus Harnstoff nimmt mit steigender Temperatur exponentiell zu. Auch direkte Sonneneinstrahlung fördert die Abgasung nach der Ausbringung im Feld.
pH-Wert
Der Übergang von gelöstem in gasförmigen Ammoniak nimmt ab pH 7 stark zu.
Wind
Über Kotstellen, verschmutzten Oberflächen und Güllelagern bildet sich eine Dunstglocke, die bis zu einer gewissen Sättigung Ammoniak aufnehmen kann. Wird die Dunstglocke durch Wind entfernt, kann die Umgebungsluft erneut Ammoniak aufnehmen.
Feuchtigkeit
Hohe Luftfeuchtigkeit vermindert die Aufnahme von Ammoniak in die Umgebungsluft. Hohe Luftfeuchtigkeit verstärkt die Bindung von Ammoniak in feinen Wassertröpfchen (Wassernebel) und begünstigt damit die weiträumige Verfrachtung von Ammoniaksalzen in Aerosolen. Gleichzeitig bleiben die Flächen länger feucht. Trockene Oberflächen emittieren weniger Ammoniak.